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XT600 Motorradtour Marokko

Tag 21-30 Marrakesch-Wassay Beach-Camp Bedouin

Flughafenhotel

Das Frühstück im Hotel verpassen wir und schlafen lange. Den Rest des Tages gehen wir einkaufen, packen grob für den nächsten Tag, besorgen am Flughafen kostenlose SIM Karten und chillen am Pool. Auch muss ich immer häufiger den Ölstand kontrollieren, da erste Undichtigkeiten auftreten.

Den nächsten Tag lassen wir uns das üppige Frühstücksbuffet nicht entgehen. Dann gehts ans Packen und wir sind wie immer zum High Noon abfahrbereit.

Marrakesch ist recht übersichtlich und wir finden uns gut zurecht. Der von Franzosen betriebene Campingplatz bietet einen tollen Pool, ist üppig bepflanzt und hat auch gute schattige Wiesenplätze zum Zelten. Nur finden wir keinen geeigneten Platz für unsere Hängematten und so lassen wir uns die schön eingerichteten Luxusberberzelte zeigen. Nach kurzen Verhandlungen beschliessen wir 2 Nächte in einer dieser Topunterkünfte mit Terrasse, AC und Bad zu übernachten.

Campingplatz

Tags darauf fahren wir zum berühmten ‚Platz der Geköpften‘ Djemaa el Fna. Wir sind am frühen Nachmittag dort, sodass wir entspannt über den Basar schlendern können. Als ich kurz nicht hinschaue, hat sich eine Hennafrau Jules Hand geschnappt und blitzschnell angefangen mit ihrer Kunst. Jule will nicht unfreundlich sein und lässt sie machen. Die Hennafrau betont auch immer wieder dass dies ein Geschenk sei. Mir ist klar dass da gleich die Touriabzocke beginnt und greife ein. Eine mittelheftige Diskussion beginnt und so gebe ich nur ein Trinkgeld statt der verlangten 20 Euro für die 2 min Arbeit.

Beim Packen am nächsten Morgen bemerke ich, dass eine Gepäckträgerbefestigung gebrochen ist. Also wieder alles abpacken, Koffer abbauen und mit tatkräftiger Unterstützung der Platzangestellten den Schaden beheben. Nicht umsonst also ist eine Seitenkiste zu 3/4 voll mit Werkzeug (sogar ein Dremo für die fiesen Ölfilterdeckelschrauben ist dabei) und Ersatzteilen.

Weiter gehts nach Essaouira wo wir, nach dem Essen auf dem Souk, abends die schöne Kulisse vom Hotelbalkon betrachten( wir sind zu faul den C.platz zu suchen und für eine Nacht zu campen ).

Den anderen Tag gehts zum Camping Wassay Beach. Der Platz ist nur für Campingmobile geeignet und wir schlafen in einer einfachen aber gemütlichen Hütte. Durch die bunt bemalten Steinterassen zur Platzaufteilung wirkt alles sehr fröhlich und lebendig. Passend dazu, herrscht im angrenzenden Schwimmbad Hochbetrieb und es läuft laut und in Endlosschleife franz. Pop (von Lartiste Chocolat und Eva Simons Policeman – we like). Dafür ist der platzeigene Strand leer. Wir gehen ins Dorf essen. Am Nachbarstrand ist ein Minirummel aufgebaut. Eine Sch…arbeit hat der Karussellanschubser, der das Karussell per Hand dreht und stoppt.

Am nächsten Tag geht Jule allein zum Markt im Dorf und sorgt für ein lecker Frühstück. Ich packe unsere Sachen.

Gestärkt fahren wir weiter nach Sidi Ifni. Der Ort hat sich seit meinem letzten Besuch vor 15 Jahren ziemlich verändert. Der C.platz ist geschlossen und wir steigen im benachbartem Billighotel ab. Das Hotel hat eine Terrasse mit Strandblick und ein Restaurant mit Bar. So können wir relaxen und dem Trubel am übervollem Strand beobachten.

Nur 200m weiter ist der Strand fast menschenleer.

Etwas zum Thema Tiere. So haben wir erstmals im Open Air Restaurant in Sidi Ifni unseren Fischabfall heimlich den ziemlich penetranten Katzen gegeben. Nicht um unsere Ruhe zu haben, sondern um den Umweg über die Mülltonnen abzukürzen. Auch hätten wir niemand anderen damit helfen können. Zumal wir in dem Restaurant mit Bar die Einzigen waren, die auch etwas gegessen haben mit Blick auf den Trubelstrand und die ausgemergelten Mietkamele (anders als bei den Berbern). Vergangene und zukünftige Erlebnisse zeigen uns leider immer wieder diese gesellschaftlichen oder kulturellen Unterschiede. Hunde die aus Langeweile getreten oder mit Steinen beworfen werden (auch in anderen Ländern). Sind doch die Hunde hier mit die Zurückhaltendsten die wir je erlebt haben. Weitere Erlebnisse, wie zum Beispiel ein Kamel welches blutend, panisch wiederkäuend und unter Schlägen auf einen Pickup gezerrt wird ist keine Berbermethode (dies geschah auf einer Strecke wo uns 2h kein einziges Auto begegnet ist und wir den verdutzten Männern unsere letzten Wasserreserven gaben, und sie noch unsere Hilfe wollen). Ich hole Gurte um es humaner zu gestalten. Aber dies wurde abgelehnt um anscheinend diese Hauruck-Aktion nicht zu verzögern. Wir, entsetzt, helfen nicht und fahren weiter. Oder die lebende Agame mit zugenähtem Maul und an einer Schnur, die als Belustigung an unseren Tisch gebunden wurde, finden wir gar nicht lustig. Einen grossen Respekt für die Arbeit von https://moroccoanimalaid.com und anderen und ihre Arbeit, die hier leider oft wenig Verständnis erfährt.

Weiter gehts nach El Ouatia.

Im Ort gehen wir im Strassenrestaurant essen. Der Wirt, der erstaunt ist zu dieser Jahreszeit Touris zu bewirten, fährt alles auf was er hat. Jugendliche aus dem Dorf belagern uns und warten auf unsere Reste. Der Wirt versucht immer wieder sie zu vertreiben. Wir sehen das nicht so eng, doch ist die Situation trotzdem unangenehm und wir lassen auch ihnen reichlich. Auf das Geldabheben am Automaten gegenüber verzichten wir und fahren zum C.platz.

Auf dem schattenlosen Platz nehmen wir wieder eine Hütte. Irgendwann unterwegs fallen die Blinker aus. Per Ferndiagnose (dank Marek) ist schnell das Blinkrelais als Defekt ausgemacht. Die Lötstellen sind gebrochen. Der Zeltplatzchef hat einen Kumpel der Schweisser ist und auch löten kann. Für umsonst (ich gebe trotzdem was) und eine Stunde später kann ich alles wieder einbauen.

Gut erholt geht es den nächsten Tag zum Bedouin Camp in die Westsahara. Einen Hinweis auf einen Gebietswechsel ist nicht findbar und man fühlt sich bis Dakhla wie im Kerngebiet Marokkos (ich habe trotzdem Hoffnung auf eine Lösung dieses, mittlerweilen, Generationenkonfliktes).

Pause mit Wind-und Schattenschutz

Das erste Mal eine längere Pistenfahrt. So füllen wir an einer inoffiziellen ‚Tankstelle‘ den Tank mit steuerfreiem Benzin aus Plastikflaschen.

Mitten auf der Piste treffen wir einen Spanier (Oktaviano) der mit dem Fahrrad unterwegs ist. Er filmt sich gerade selbst, als wir auch filmend, durch sein Bild fahren. Leider kann er kein Englisch aber mein Spanisch reicht aus. Wir haben dasselbe Ziel und wir fahren schon mal vor. Bald erreichen wir das Camp mitten im Nirgendwo.

Ein Angestellter hält hier bis zum Saisonstart alles (ausser die Klos) in Schuss. Er zeigt uns alles und hat auch Bier zu verkaufen. Ich kaufe 2 eiskalte Bierdosen. Als kurze Zeit später Oktaviano einfährt begrüssen wir ihn und ich gebe ihm eine Bierdose. Er fällt mir mit den Worten ‚un ángel un ángel‘ in die Arme ( un ángel = ein Engel ).

hola amigo …
ángel …
hermano…
para siempre

Jule und ich schlafen in einem der fest aufgestellten Zelte mit Panoramascheibe. Am Abend essen wir die Spezialität des Hauses – Kameltajine. Als wir abends zu Dritt zusammensitzen kommt noch ein Auto. Das sind Jörg (ein Brandenburger der perfekt portugisisch spricht) und Henrique (ein Portugiese der auch Spanisch spricht). So können wir uns alle 5 unterhalten. Ein toller Abend mit mexikanischer Musik von El Tri. Ich überlasse Oktaviano, der sich hauptsächlich von Reis ernährt unsere Notration Trockenfleisch.

Am nächsten Tag verabschieden wir uns, nicht das letzte Mal, und fahren alle weiter.

Bis hier sind wir als Touris an allen Polizeikontrollen, vor und nach den Städten, durchgewunken worden. Ab jetzt müssen wir an jeder Kontrolle halten und unsere Daten hinterlassen. Um dies zu beschleunigen haben wir 20 vorbereitete Datenblätter (Fiche) zum abgeben dabei.

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